PwC-Studie: Ern?hrungsindustrie ber?cksichtigt Folgen des Klimawandels noch zu wenig

presseportal.de, veröffentlicht am 01.10.2020

D?sseldorf - PwC-Analyse: Globale Lebensmittelindustrie ist den Folgen des Klimawandels besonders stark ausgesetzt / Produktionskosten in Europa k?nnten bis 2030 um fast 30 Prozent steigen / Weniger als die H?lfte der Unternehmen berichtet ?ber Auswirkungen von Klimarisiken auf ihr Gesch?ft / Szenario-Analyse als hilfreiches Werkzeug Eine ...

D?sseldorf - PwC-Analyse: Globale Lebensmittelindustrie ist den Folgen des Klimawandels besonders stark ausgesetzt / Produktionskosten in Europa k?nnten bis 2030 um fast 30 Prozent steigen / Weniger als die H?lfte der Unternehmen berichtet ?ber Auswirkungen von Klimarisiken auf ihr Gesch?ft / Szenario-Analyse als hilfreiches Werkzeug

Eine Vielzahl von Trends stellt die weltweite Lebensmittelindustrie vor neue Herausforderungen. Neben sich wandelnden Pr?ferenzen der Verbraucher und neuen regulatorischen Anforderungen hat auch der Klimawandel direkte Auswirkungen auf ihre Ums?tze und Gewinne. Gleichzeitig muss das Angebot an Lebensmitteln vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbev?lkerung steigen. Klimabedingte Risiken k?nnten die finanzielle Leistungsf?higkeit der Unternehmen bedrohen und setzen das Gesch?ftsmodell der Branche unter Druck. Zu diesen Erkenntnissen kommt die PwC-Analyse "The Food Industry in the Spotlight of Climate Change".

Die Branche sp?rt die Auswirkungen des Klimawandels deutlich

Die Folgen des Klimawandels sp?rt die Branche bereits sehr deutlich: Im D?rresommer 2018 sank der landwirtschaftliche Ertrag f?r Getreide pro Hektar laut Bundesministerium f?r Ern?hrung und Landwirtschaft um 16 Prozent im Vergleich zum Drei-Jahres-Durchschnitt der vergangenen Jahre. "Die Lebensmittelindustrie sollte Klimarisiken zuk?nftig explizit in alle ihre strategischen Entscheidungsprozesse integrieren. Die Auswirkungen des Klimawandels werden sich im Nachfrageverhalten und in den Kostenstrukturen gleicherma?en niederschlagen - deutlich st?rker als das heute schon der Fall ist", mahnt Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumg?ter bei PwC Deutschland.

Es lassen sich zwei Arten von Risiken unterscheiden, die durch die Ver?nderungen des Klimas entstehen: Die physischen Risiken wie lange D?rreperioden oder Wirbelst?rme betreffen in erster Linie die landwirtschaftliche Produktion. Extreme Wetterereignisse haben dabei direkte Auswirkungen auf Ernten und Nutztiere, k?nnen aber auch zu Unterbrechungen der Lieferkette f?hren und den Produktionsprozess behindern - vom Anbau bis in den Supermarkt. Dar?ber hinaus muss sich der Lebensmittelhandel genau wie die Hersteller auf sogenannte transitorische Risiken vorbereiten, die sich aus dem ?bergang in eine CO2-arme Wirtschaft ergeben. Die Einf?hrung eines Preises auf CO2-Emissionen l?sst beispielsweise die Kosten f?r Energie und Rohstoffe steigen.

Szenario-Analyse unterst?tzt bei der Klimaberichterstattung

Einen guten Anhaltspunkt f?r die Ber?cksichtigung von Klimarisiken liefern die 2017 ver?ffentlichten Empfehlungen der "Task Force on Climate-related Financial Disclosures" (TCFD). Das Rahmenwerk gibt Handlungsempfehlungen, wie Unternehmen die Folgen des Klimawandels konsistent in ihre Berichterstattung integrieren k?nnen. Die TCFD nennt die Szenario-Analyse dabei als hilfreiches Werkzeug, um Risiken und Chancen in Bezug auf das Klima besser zu verstehen und die Folgen abzusch?tzen.

"Mit traditionellen Methoden ist es nicht m?glich, die Folgen des Klimawandels auf die Gesch?ftsmodelle der Nahrungsmittel- und Getr?nkehersteller greifbar zu machen. Szenario-Analysen helfen Unternehmen dabei, die Auswirkungen der Erw?rmung von Erde und Ozeanen auf die finanzielle Performance zu analysieren und rechtzeitig widerstandsf?hige L?sungsans?tze zu entwickeln", so die Einsch?tzung von Dr. Nicole R?ttmer, Partnerin und Climate Lead bei PwC Deutschland.

Nur 45 Prozent der von der TCFD untersuchten Unternehmen berichten ?ber klimabezogene Risiken

Auch der regulatorische Druck zur Szenario-basierten Klimaberichterstattung steigt: Die Unterzeichner der Prinzipien f?r verantwortungsvolles Investieren der Vereinten Nationen (United Nations Principles for Responsible Investment, PRI) m?ssen bereits ab 2020 ?ber Klimaindikatoren berichten, die sich auch mit der Anwendung einer Szenario-Analyse befassen. In ihrem Statusbericht aus dem Jahr 2019 stellt die TCFD allerdings fest, dass nur 45 Prozent der untersuchten Unternehmen aus Landwirtschaft und Nahrungsmittelbranche bereits zu den Auswirkungen klimabezogener Risiken und Chancen auf ihr Gesch?ft, ihre Strategie und Finanzplanung Rechenschaft ablegen. Lediglich 4 Prozent treffen dabei eine Aussage zu verschiedenen Klimaszenarien.

Eine gelungene Integration klimabezogener Risiken st?rkt die Widerstandsf?higkeit gegen die Folgen des Klimawandels

Eine Szenario-Analyse von PwC zeigt beispielhaft und stark auf spezifischen Annahmen basiert die Auswirkungen f?r die Lebensmittelindustrie auf, wenn sich die Erde um zwei Grad erw?rmt. Transitionsrisiken k?nnen sich dabei unterschiedlich auf die Performance von einzelnen Unternehmen und Produktgruppen auswirken. Zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels sind umfangreiche Policy-Ma?nahmen notwendig, die sich regional stark unterscheiden k?nnten. Auf Basis der 2-Grad-Szenario-Annahmen der International Energy Agency k?nnte in Europa und Nordamerika ein zu anderen Regionen vergleichsweise hoher CO2-Preis von bis zu 100 US-Dollar pro Tonne zu Wettbewerbsnachteilen und einem Margenverlust f?hren. Dies ist allerdings nur einer von verschiedenen Treibern. Steigende Kosten f?r Elektrizit?t und Rohstoffe k?nnten laut der Analyse die Gesamtkosten der Produktion in Europa bis 2030 um fast 30 Prozent erh?hen und sich negativ auf die Entwicklung des kompletten Sektors auswirken, wenn Unternehmen ihr Handeln nicht aktiv im Kontext m?glicher Folgen des Klimawandels gestalten.

"Die Branche muss sich auch zwangsl?ufig mit dem Szenario einer Erderw?rmung um drei Grad auseinandersetzen. Denn diesen Fall halten viele Experten mittlerweile f?r wahrscheinlicher", sagt Christian Wulff. In diesem Szenario w?rden die transitorischen Risiken zwar abnehmen, physische Risiken jedoch deutlich zunehmen.

"Unternehmen sollten ihre strategische Resilienz auch angesichts des Klimawandels gew?hrleisten, um negative finanzielle Auswirkungen zu vermeiden und wettbewerbsf?hig zu bleiben", so das Fazit von PwC-Expertin Nicole R?ttmer.

?ber PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu l?sen. Mehr als 276.000 Mitarbeiter in 157 L?ndern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftspr?fung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstst?ndigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter http://www.pwc.com/structure .

Pressekontakt:

Martin Krause PwC Communications Tel.: (0211) 981 - 1657 E-Mail: mailto:m.krause@pwc.com http://www.pwc.de/Lebensmittel-Klimawandel

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/8664/4721964 PwC Deutschland

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